Bachelor in International Business, Master in International Management – Ein Erfahrungsbericht
Julia Engelbert hat im September 2009 erfolgreich ihr Bachelorstudium in International Business an der Fachhochschule Köln abgeschlossen. Ein halbes Jahr später hat dann für sie erneut das Studentenleben begonnen, diesmal mit dem Master of Science in International Management an der Steinbeis Business School. Für www.Internationales-Management-Studieren.de haben wir Julia zu ihren Studienerfahrungen befragt.
Liebe Julia, vielen Dank, dass du dir die Zeit für unsere Fragen nimmst. Wie kamst du zu dem Entschluss, International Business zu studieren?
Ursprünglich wollte ich Tourismus studieren, durch meinen Auslandsaufenthalt während der Schule und meine Ausbildung bei einem Reiseveranstalter. Nach der Ausbildung habe ich jedoch ein Praktikum in Kanada absolviert, viele Mitpraktikanten studierten International Management oder International Business. Da habe ich durch Gespräche erfahren, was dieses Studium beinhaltet und mir wurde klar, dass ich durch ein reines Tourismus Studium sehr beschränkt bin, mit International Business aber jede Menge Möglichkeiten habe. Letzten Endes ist es ein BWL Studium, nur eben nicht auf Deutschland sondern international ausgelegt. Sprachen haben mir immer schon Spaß gemacht, fremde Kulturen ebenso, so dass der Entschluss dann letzten Endes schnell fiel.
Wo und wie hast du dich denn über die verschiedenen Studienmöglichkeiten und Studiengänge im Bereich International Management/ International Business informiert? Was rätst du Studieninteressenten, wie sie die Studienwahl angehen sollten?
Da ich noch zu Hause gewohnt habe, habe ich mich im Raum Bonn/Köln umgesehen und bin so schnell auf die FH Köln gekommen. Natürlich habe ich mich auch bei vielen anderen Hochschulen deutschlandweit beworben, meine komplette Recherche lief eigentlich über das Internet. Da lässt sich größtenteils sehr einfach alles über Bewerbungsfristen, -inhalte, etc. herausfinden.
Ich rate immer, mit Leuten zu sprechen, die schon im Studiengang immatrikuliert sind und vielleicht schon 1, 2 Semester studiert haben. In solchen Gesprächen findet man immer an besten heraus, ob die eigene Vorstellung des Studiums richtig ist oder nicht. Oder sich einfach mal in eine Vorlesung mit reinsetzen, das geht ja an eigentlich allen Hochschulen. Und sich selbst reflektieren: wenn ich in Chemie, Mathe und Physik schon immer schlecht war und es mir auch keinen Spaß macht, ist ein ingenieurswissenschaftliches Studium ziemlich sicher nicht das richtige für mich!
Viele Studieninteressenten sind auch von den verschiedenen Bezeichnungen für den mutmaßlich gleichen Studiengang verwirrt. Du hast jetzt die Erfahrungen aus beiden Studiengängen – gibt es einen Unterschied zwischen „International Business“ und „International Management“? (Anmerkung: Siehe zum Thema auch den Artikel “Verschiedene Studiengangsnamen – gleicher Inhalt?“)
Ehrlich gesagt, nein. International Business und International Management sind meiner Meinung nach mehr oder weniger dasselbe. Um konkrete Unterschiede zwischen einzelnen Studiengängen festzustellen, würde ich immer die Studienpläne abgleichen bzw. darauf achten, welche Wahlfachmöglichkeiten sich zusätzlich bieten.
Kommen wir zu deinem Studium. Kannst du uns ein paar Einblicke in deinen Bachelor-Studiengang International Business an der FH Köln geben? Was waren die Studieninhalte? Welche Schwerpunkte konntest du wählen bzw. setzen? Wie ist die Studienatmosphäre an der FH Köln?
Alles in allem war es ein tolles Studium mit einer super Atmosphäre (was natürlich größtenteils an meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen lag). Ich habe 2006 angefangen und 2009 abgeschlossen, zwischendurch hat sich einiges an der Studienordnung geändert, so dass ich jetzt nicht mehr wirklich die momentanen Studieninhalte beurteilen kann. Bei mir war es so, dass die ersten 3 Semester eigentlich beinahe identische waren mit dem eines „normalen“ BWL Studiums, außer der 3. Fremdsprache (Französisch oder Spanisch) die man belegen musste. In den späteren Semestern wurden die Unterschiede dann deutlicher, wir hatten Fächer wie Internationale Wirtschaftsbeziehungen, European Business Environment, International Marketing, International Business Law, u.v.m. Diese Vorlesungen waren komplett auf englischer Sprache, in den letzten beiden Semestern hatte ich keine deutschsprachige Vorlesung mehr. Besonders gut gefallen hat mir auch das 5. Semester, welches wir im Ausland verbracht haben. Dies war fixer Bestandteil des Studiums, für IB Studenten Pflicht. Hier gibt es verschiedenste Partneruniversitäten in Europe und auf der ganzen Welt, bei denen man dieses Semester verbringen kann. Ich war an der Drexel University in Philadelphia, USA, eine tolle Zeit.
Schwerpunkte konnte man bei uns keine wählen, der Studienplan war vorgegeben. Dies ist ja quasi die Essenz eines Bachelors, eine generelle Ausbildung, bei der man „alles mal gehört hat“, aber nichts in die Tiefe. Spezialisierung erfolgt dann über den Master.
Da weiß ich aber nicht, ob sich das nicht mittlerweile geändert hat, die Studienordnung ist mittlerweile in Teilen geändert worden.
Nach dem Bachelorabschluss war für dich ja noch nicht Schluss. Wieso hast du dich entschieden, nach dem Bachelor noch einen Master oben draufzulegen?
Dafür gibt es drei Gründe. Zum einen hat sich der Bachelorabschluss noch nicht richtig etabliert, die meisten Unternehmen wissen noch nichts damit anzufangen, sie sind noch Diplomabschlüsse gewöhnt. Dies wird sich jetzt natürlich mehr und mehr ändern, vor allem da die letzten Diplomstudiengänge momentan abschließen.
Zum anderen war und ist die Jobsituation momentan nicht die beste, Studienabgänger die „nur“ einen Bachelor haben, tun sich im Moment schwer, einen Job zu finden.Und drittens habe ich während meines Bachelors festgestellt, dass ich zwar „alles mal hatte“, aber eben nur an der Oberfläche. Ich wollte mein Wissen eben noch gern vertiefen. Mit einem Master hat man natürlich schlussendlich auch eine andere Grundlage im Rahmen von Gehaltsverhandlungen, als mit einen Bachelor.
Kannst du uns auch einen Eindruck in dein Masterstudium an der Steinbeis Business School geben? Was lernt man dort im Vergleich zum Bachelor? Wie unterschieden sich das Studium und die Studienatmosphäre?
Es ist etwas komplett anderes, da ich meinen Master berufsintegriert mache. Die Steinbeis Hochschule arbeitet mit Unternehmen zusammen, d.h. um dort den Master zu machen muss man über die 2 Jahre komplett im Unternehmen arbeiten, nicht nur im Alltagsgeschäft, sondern vor allem projektbezogen. Ich arbeite bei der Deutschen Telekom AG in Bonn im Bereich HR, und ca. alle 3 Wochen habe ich 2-4 Tage Seminare (ganztags), für die ich vom Unternehmen freigestellt werde. Es ist also nicht mit einem Vollzeitstudium zu vergleichen. Ich hatte aber nach meinem Bachelor Lust, gleichzeitig neben dem Master schon Berufserfahrung zu sammeln, so dass ein Vollzeit Master für mich nicht mehr in Frage kam.
Zum Studium und zur Atmosphäre kann ich noch nicht soviel sagen, da ich erst im April angefangen hatte und bisher erst 2 Seminare absolviert habe. Der Unterschied ist natürlich die Voraussetzung des Wissens aus dem Bachelor zum einen, und zum anderen sind wir eben alles Studenten, die schon im Unternehmen arbeiten. Diesen Praxistransfer finde ich sehr gut, denn m. M. ist International Management ein Studium, das vom Praxisbezug lebt.
Wenn du dich nochmal entscheiden müsstest: Würdest du wieder die Studiengänge International Business und International Management wählen? Auch an den beiden Hochschulen?
Die beiden Studiengänge würde ich auf jeden Fall wieder so wählen, für mich war es genau das Richtige. Auch die Entscheidung, an einer FH und nicht an einer Uni zu studieren, hat sich für mich als richtig herausgestellt. Ich bin nicht so der Theoretiker, der unheimlich tief in die Materie im Sinne von Herleitungen und Definitionen eingehen will, mir machen praxisbezogene Übungen viel mehr Spaß und diese sind m. E. auch sinnvoller. Auch den berufsintegrierten Master habe ich bisher nicht bereut, es ist zwar sehr anstrengend, neben der Arbeit noch zu studieren, aber ich glaube, dass zahlt sich hinterher doppelt aus.
Julia, vielen Dank für die ausführlichen Antworten rund um dein Studium. Wir wünschen dir alles Gute und vor allem einen erfolgreichen Masterstudienabschluss.


