Uni? FH? Akademie? Wo soll ich Internationales Management studieren?


Wenn man sich für ein Studium interessiert, egal ob es ein Studiengang wie Internationales Management oder “nur” Betriebswirtschaft sein soll, dann stellt sich nahezu zwangsläufig die Frage, an welcher Art von Hochschule man eigentlich studieren möchte. Mittlerweile hat man meistens die Möglichkeit, den gewünschten Studiengang sowohl an der Universität, der Fachhochschule oder auch an privaten Akademien zu studieren. Zu Schulzeiten hat man eigentlich immer nur von “Ich geh zur Uni” gesprochen, aber nun muss man sich Gedanken machen, welche Hochschulform die richtige für sich selbst ist. Ein Studium im Bereich Internationale BWL/ International Business o.ä. gibt es nämlich sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen und Akademien, wie du ja sicherlich schon in der Studiengangs-Datenbank gesehen hast. Am besten ist es natürlich, sich dazu ausführlich zu informieren und mit diesem Artikel geben wir dir einen Überblick, was die einzelnen Hochschultypen auszeichnet und wofür sie stehen.

Zunächst aber möchten wir dir nochmal die Gründe für ein Studium aufzeigen. Viele Schulabgänger stellen sich ja auch die Frage, ob sie nicht lieber eine Ausbildung anstelle eines Studiums absolvieren sollen. Hier gibt es einige Pro-Studium Argumente:

Nun haben wir dir einige Vorteile pro Studium aufgezeigt. Aber welche Hochschule ist die Richtige? Unten erhältst du also einen Überblick über die jeweiligen Institutionen.

Vorweg muss aber auch gesagt werden, dass die ganz großen Unterschiede, die es früher zwischen Uni und FH gab, mittlerweile nicht mehr existieren. Durch den Bologna-Prozess sind die Abschlüsse gleichwertig und auch auf dem Papier gibt es keine Unterscheidung mehr. Waren früher die BWL-Absolventen einer FH z.B. „Diplom-Betriebswirte (FH)“ und die Absolventen der Uni „Diplom-Betriebswirte“, so sind heute beide „Bachelor of Arts“ oder „Bachelor of Science“. Auf den ersten Blick lässt sich also kein Unterschied mehr feststellen. Auch die Einstiegsgehälter haben sich angeglichen, was früher nicht immer der Fall war. Vieles hat sich also in den letzten Jahren verändert. Dennoch lohnt es sich genauer hinzugucken, denn ein paar Merkmale unterscheiden FH und Uni immer noch.

Schnell-Links:
- Internationales Management studieren an einer Universität
- Internationales Management-Studium an einer Fachhochschule
- Internationales Management-Studium an einer Akademie


Internationales Management studieren an einer Universität:

Die Universität wird als höchste Bildungseinrichtung in Deutschland angesehen. Hier darf nur studieren, wer das Abitur geschafft hat. Zudem gibt es einige Studiengänge, die nur an Unis studiert werden können, wie zum Beispiel Medizin oder Psychologie. Generell wird an der Uni ein breites Fächerspektrum etwa in den Geistes-, Wirtschafts- Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften gelehrt. Dazu kommen noch Mathematik, Informatik, Medizin, Rechtswissenschaft und Lehramtsstudiengänge.

Der wichtigste Faktor an einer Universität ist aber sicherlich der hohe theoretische Anteil des Lehrstoffes und die Forschungsorientierung. Die Professoren an der Uni haben viele Jahre geforscht und ihre Erkenntnisse veröffentlicht, bevor sie „habilitiert“ werden, also den Professorenstatus erhalten. Dementsprechend ist das Studium meist nicht so praxisnah, sondern eher theoretisch ausgelegt.

Generell wird den Absolventen einer Universität auch nachgesagt, dass sie mehr Eigeninitiative zeigen können, da im Studium viel Selbstdisziplin und –organisation gefordert wird. Die Stundenpläne müssen selbst zusammengestellt werden und um jegliche Prüfungsfragen muss man sich selbst kümmern.

Die Studienatmosphäre ist an der Universität auch anders als an der Fachhochschule. Zwar gibt es auch Seminare in kleineren Gruppen von 40-60 Leuten, aber desöfteren wird man (gerade in einem Studium wie Internationales Management) auch in großen Vorlesungssälen mit mehreren hundert Mitstudenten sitzen.



Für die Zeit nach dem Studium kann es ein Vorteil sein, an einer Uni studiert zu haben. Manche Unternehmen, vor allem aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich, stellen bevorzugt Uni-Absolventen ein. Das trifft zum Beispiel auf Unternehmensberatungen zu. Mit den fortschreitenden Jahren reibt sich dieser Uni-Vorteil aber auf und wird durch den Maßstab „Erfahrung und Arbeitseinsatz“ ersetzt.



Internationales Management studieren an einer Fachhochschule:

Während es Universitäten teilweise seit mehreren hundert Jahren gibt, sind die Fachhochschulen in Deutschland relativ neu. Zwischen 1969 und 1972 wurden die ersten FHs gegründet und dann Zug um Zug in ganz Deutschland errichtet. Wer an einer Fachhochschule studieren möchte, muss entweder das Abitur, die Fachhochschulreife oder (seit 2009) einen Meistertitel mit sehr guten Noten vorweisen können.

Wie oben beschrieben, nähern sich die FHs den Universitäten an. Daher haben sich auch viele in „Hochschule“ oder „University of Applied Sciences“ umbenannt. Dies ist also ein Schritt aus Imagegründen und zieht keine Veränderungen in der Anerkennung des Abschlusses o.ä. nach sich.

An Fachhochschulen gibt es vor allem Studiengänge im Bereich Ingenieurwesen, Wirtschaft, Sozialwesen, Informatik, Medien/Gestaltung oder Verwaltung. Im Gegensatz zur Uni wird an FHs sehr viel Wert auf Praxisnähe gelegt. Sie orientieren sich in ihren Studienplänen stärker an den berufspraktischen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt und bilden arbeitsmarktnäher aus. Auch bei den Lehrenden gibt es Unterschiede zur Uni: Die Fachhochschulprofessoren kommen meist aus der Praxis, das bedeutet, dass sie einige Jahre (erfolgreich) in Unternehmen gearbeitet haben und dementsprechend viel Wissen aus der Wirtschaftswelt mitbringen. Im Gegensatz zu den forschungsorientierten Profs der Uni ist hier die Verbundenheit zur Praxis also deutlich stärker hervorgehoben.

Durch diese Eigenschaften können Absolventen der FH bei potenziellen Arbeitgebern damit punkte, dass sie schon praxisnah ausgebildet wurden und daher auf dem aktuellen Stand der Dinge für den Joballtag sind. Ein weiterer Vorteil: An Fachhochschulen bzw. Hochschulen finden die Vorlesungen in wesentlich kleineren Gruppen statt. Unterricht mit 30-70 Studierenden ist eher an der Tagesordnung als mit hunderten Studierenden.



Internationales Management studieren an einer Akademie:
Beim Begriff „Akademien“ gilt es zwischen zwei Formen zu unterscheiden – zwischen der Berufsakademie und der privaten Bildungsakademie.

Berufsakademien
Sicherlich hast du schon von dem Modell „Duales Studium“ gehört. Hierbei wird eine Ausbildung in einem Betrieb mit einem Studium verbunden. Die Ausbildungs- und Studienphasen wechseln sich alle drei Monate ab. Diese Studienform wird vor allem von Berufsakademien, oft auch unter dem Namen „Duale Hochschule“ zu finden, angeboten. Die dualen Hochschulen verleihen auch akademische und damit staatlich anerkannte Abschlüsse wie den Bachelor und Master.

In den Bundesländern Baden-Württemberg, Sachsen, Berlin und Thüringen sind die Berufsakademien bzw. Dualen Hochschulen in staatlicher Trägerschaft. In anderen Bundesländern wie Hessen, Niedersachsen, Hamburg, Saarland und Schleswig-Holstein werden sie als private Hochschulen angeboten.

Private Bildungsakademien
Vielleicht bist du bei der Durchsicht unserer Studiengangs-Datenbank auch über Namen wie „Medien- und Businessakademie“ oder „Wirtschafts- und Sprachenakademie“ gestolpert. Was verbirgt sich dahinter? Diese Akademien sind private Bildungseinrichtungen, die selber nicht staatlich anerkannt sind und auch keine akademischen Abschlüsse wie den Bachelor verleihen können.

Dennoch wird an den Akademien oftmals ein Bachelor-Studium angeboten. Dies beruht auf Kooperationen zwischen anerkannten Fachhochschulen und der Akademie. Die Hochschule Mittweida beispielsweise, eine öffentliche FH in Sachsen, arbeitet bundesweit mit zahlreichen Partnern nach dem sogenannten Public-Private-Partnership-Modell zusammen. Bei diesen Partnermodellen werden meist 4 der insgesamt 6 Semester an der Akademie gelehrt, bevor die „Akademie-Studierenden“ zu „richtigen“ Studierenden werden und die letzten Semester an der Hochschule verbringen. Dort erhalten sie auch ihren Bachelor- oder Masterabschluss.


Zusammenfassung
Eine generelle Empfehlung, für welche Institution man sich entscheiden sollte, gibt es nicht. Die Entscheidung hängt von vielen persönlichen Voraussetzungen ab und sollte wohl überlegt sein. Was du aber auf jeden Fall bei deiner Studienwahl berücksichtigen solltest, ist die staatliche Anerkennung und Akkreditierung. Ansonsten erlangst du einen Abschluss, der nicht für akademische Aufgaben qualifiziert und mit dem du dich auch nur schwer weiterbilden kannst. Wer keinen akkreditierten Bachelor vorweisen kann, der wird auch keinen Master absolvieren und sich damit für höhere Karriereherausforderungen fit machen können.