Erfahrungsbericht: Bachelor International Marketing an der Fontys University of Applied Sciences, Niederlande

Marcel hat nicht nur ein Auslandssemester gemacht, er hat direkt sein ganzes Bachelorstudium im Ausland absolviert: International Marketing an der Fontys in den Niederlanden. Wieso er sich für diesen Weg entschieden hat und welche Erfahrungen er an der Hochschule gemacht hat, kannst du hier nachlesen.

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Erfahrungsbericht von Marcel

Darum habe ich mich für diesen Studiengang entschieden (persönliche Interessen, Berufswünsche etc.):

Ein Studium im Ausland ist prinzipiell immer sehr interessant, man erhält eine neue Perspektive auf Dinge und lernt andere Kulturen sowohl im privaten als auch beruflichem Umfeld kennen.

Es gab damals viele Gründe, mich für ein Studium an der Fontys University of Applied Sciences in den Niederlanden einzuschreiben. Zunächst einmal ist ein Studium im Ausland prinzipiell immer sehr interessant, auch wenn in den Niederlanden generell viele Deutsche studieren. Trotzdem erhält man eine neue Perspektive auf Dinge und lernt andere Kulturen sowohl im privaten als auch beruflichem Umfeld kennen – und das Studium wurde neben Englisch und Deutsch auch teilweise in Niederländisch abgehalten. Darüber hinaus ist das Studiensystem in den Niederlanden anders als in Deutschland, es ist wesentlich stärker von Praxiserfahrung geprägt und weniger von Theorie. Das Bachelor-Studium dauert auch 4 Jahre, da zwei Praktika während des Studiums verpflichtend sind und in die Noten einfließen. Rückblickend scheinen deutsche Studenten unter einer Art Zeitdruck zu leiden, bei dem sie das Studium schnellstmöglich beenden müssen, um dann zu arbeiten. Auch wenn wir in den Niederlanden das gleiche Ziel hatten, so haben mindesten die Hälfte meiner Freunde in ihrem Praktikum letztlich eine Stelle angeboten bekommen und daher stark von dem Praktikumszwang profitiert.

So läuft/lief mein Studium ab (Studieninhalte etc.):

Am Anfang des zweiten Jahres gründet man neben dem normalen Studium eine sog. „Mini Company“, ein Start-up aus 15 zufällig gewählten Studenten mit einem Budget von max. 5.000 € durch Aktien.

Das Bachelorstudium dauerte insgesamt 8 Semester, unterteilt in Proprädeutikum (Semester 1 und 2), Hauptstudium (Semester 3 bis 7) und dem Abschluss, bestehend aus Bachelorthesis, Präsentation und Kolloquium (Semester 8).

Im ersten Jahr sind die Studieninhalte mit ähnlichen Studiengängen (bspw. Business Management oder Economics) deckungsgleich, um Studenten einen Wechsel zwischen den Studiengängen zu ermöglichen. Neben den normalen theoretischen Inhalten wird man aber auch direkt Seminararbeiten schreiben und in der Praxis Unternehmensanalysen durch Interviews mit Firmenvorständen durchführen, um ins Thema einzutauchen.

Am Anfang des zweiten Jahres gründet man, weiterhin neben dem normalen Studium, eine sog. „Mini Company“, ein Start-up aus 15 zufällig gewählten Studenten mit einem Budget von max. 5.000€ durch Aktien. Innerhalb eines Jahres muss man gewinnbringend ein Produkt entwickeln und es vermarkten und tritt dabei gegen andere Unternehmen in den Niederlanden an. Das beansprucht zwar viel Zeit, ist aber eine tolle Lernerfahrung – auch wenn man eher selten wirklich viel Geld in einem Jahr verdient. Darüber hinaus wählt man seine ersten Nebenfächer, die sog. Minors, zusätzlich zu den Hauptfächern, den sog. Majors. Majors stehen im direkten Zusammenhang zum Studiengang, bspw. Management, Economics, European Studien oder ähnlichem, während die Minors eher Kurse kleinerer Art sind und teilweise Soft Skills fördern, bspw. Human Ressource Management, Business Ethics oder Neuroökonomie.

Im dritten Jahr steht ein Pflichtpraktikum von 4-6 Monaten an, zusammen mit einem Praktikumsreport, sowie weitere Praxisübungen (Planspiele, virtuelle Agenturen von bis zu 6 Monaten, Beratungsoptionen) und Seminararbeiten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit über Erasmus noch ein paar Monate ins Ausland zu gehen, vergleichbar mit dem System in Deutschland.

Das letzte Jahr ist auf den Abschluss ausgerichtet, daher werden die letzten Kurse beendet und im 8. Semester ein abschließendes Praktikum durchgeführt. Die Bachelorthesis muss dabei auf ein Projekt innerhalb des Unternehmens ausgerichtet sein und Studieninhalte des Kurses beinhalten. Mit der abschließenden Prüfung und Verteidigung ist das Studium schließlich beendet.

Ich kann meine Hochschule empfehlen/nicht empfehlen, weil ...

Ich war insgesamt sehr zufrieden mit meinem Studium – offen gesprochen gab es regelmäßig organisatorische Probleme (Unterlagen wurden vergessen, Termine verschoben, etc.) seitens der FH, aber wir haben das prinzipiell immer als „Culture Clash“ abgetan und gelernt, uns auf alle Situationen vorzubereiten (schließlich haben nur wir Deutschen vieles als Problem angesehen). Abgesehen davon war die Praxiserfahrung immer wieder nachweislich für mich von Vorteil: ich habe im Studium schon ein Angebot erhalten und auch jetzt, 6 Jahre später, macht sich die Erfahrung noch bezahlt. Auch thematisch versucht das Lehrpersonal kontinuierlich neue Themen aufzunehmen und arbeitet eng mit Studenten (aus Praktikas) zusammen, um Trends in die entsprechenden Kurse einzubinden.

Worunter die FH leider noch leidet, ist ein etwas geringerer Bekanntheitsgrad, da sie auch erst Mitte der 1990er Jahre gegründet wurde. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass in vielen Konzernen schon derart viele Praktika durch Studenten gemacht wurden, dass sich der Name etabliert hat. Abgesehen davon hat die FH auch leider keinen Campus, wie man ihn von vielen Universitäten kennt. Zwar sind das Gebäude und die Einrichtungen modern gehalten, aber Wohnheime o.ä. wurden (damals) durch private Investoren gehalten und befanden sich fernab der FH. Das „echte“ Studentenleben wie man es sonst von großen Unis kennt, lief daher anders ab. Trotzdem braucht man sich keine Sorgen um Freizeitaktivitäten oder Parties zu sorgen – auch wenn es nichts anderes mehr gibt, werden Studenten sich das selber organisieren.

Diese Interessen und Fähigkeiten sollte man für den Studiengang mitbringen

Eigeninitiative, Organisationstalent und Motivation sind wichtige Treiber im Studium.

Generell sollte man zunächst natürlich Interesse an Wirtschaft haben und je nach Studiengang dabei eher analytisch oder kreativ sein. Eigeninitiative, Organisationstalent und Motivation sind wichtige Treiber im Studium, wer auch noch extrovertiert ist, wird es auch leichter in den Präsentationen haben (von denen es viele gibt) und auch in den Gruppenarbeiten (fast genauso viele). Eine Affinität für Sprachen ist natürlich ebenfalls hilfreich und das Interesse an anderen Kulturen hilft ebenso, aber abgesehen davon lernt man sonst alles vor Ort oder kann es sich selber beibringen.

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