Weiterbildung: Bilanzbuchhalter International (IHK)

Durch die wachsende Internationalisierung in der Wirtschaft werden andere Standards in der Buchhaltung und Rechnungslegung notwendig. Wer sich für die Arbeit in einem globalen Unternehmen fit machen möchte, kommt um das Erlernen der internationalen Vorschriften nicht herum. Die IHK-Weiterbildung Bilanzbuchhalter/-in International bietet eine professionelle Fortbildung für beispielsweise Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirte. Hier erfährst du alles zu den Inhalten, Voraussetzungen und Karrierechancen!

Spezialisten, die fundierte Kenntnisse in den internationalen Vorschriften zu Bilanzbuchhaltung und Steuerrecht nachweisen können, werden durch die fortschreitende Globalisierung immer stärker gefragt.

Hand, die auf Taschenrechner tipptImmer mehr Unternehmen wenden bei der Bilanzierung den internationalen Standard IFRS (International Financial Reporting Standards) an, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihre Kreditwürdigkeit zu steigern. Börsennotierte Unternehmen sind seit dem Jahre 2005 verpflichtet, nach IFRS zu bilanzieren. Wer in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn mit den nationalen Rechnungsvorschriften gearbeitet hat, kann sich mit der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter International (IHK) für internationale Tätigkeiten im Bereich Bilanzierung und Steuerrecht qualifizieren.

Alle Infos zur Weiterbildung
Bilanzbuchhalter/-in International (IHK)

Weiterbildung Bilanzbuchhalter International: Inhalte

Die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter International (IHK) ist sehr umfangreich und beinhaltet natürlich vor allem Inhalte rund um das internationale Rechnungswesen, u. a. zum Beispiel:

  • Internationale Rechnungslegung nach IFRS/US-GAAP
  • Internationales Steuerrecht
  • Internationales Finanzmanagement (Grundlagen, Devisenmärkte, Risikomanagement etc.)
  • Direktinvestitionen im Ausland
  • Außenwirtschaftstheorie und -politik
  • Fachspezifische Begriffe IFRS und US-GAAP
  • Lern- und Arbeitsmethodik
  • Bilanzanalysen
  • Hedge Accounting

Diese Auflistung bildet nur einen kleinen Teil der Inhalte ab, da das internationale Rechnungswesen sehr komplex ist (die IFRS umfassen über 1.000 Seiten, die fortlaufend aktualisiert werden) und es viele Sonderfälle und spezielle Aspekte bei der Bilanzbuchhaltung oder dem Steuerrecht gibt.

Wer bereits in diesem Bereich tätig ist, weiß, dass Jahresabschlüsse grundsätzlich nicht mal eben nebenbei gemacht werden – erst Recht nicht, wenn die Firma über ein kleines Familienunternehmen hinausgeht. Wenn sich die Standards dann aber auch noch an internationalen Richtlinien orientieren, die jeweils einen gewissen Interpretationsspielraum lassen, wird das Ganze noch einmal komplizierter.

Daher werden während der Seminare viele konkrete Beispiele und Sonderfälle behandelt. So können sich die Teilnehmer besser in die komplexen Zusammenhänge hineindenken und sie eventuell schon auf die eigenen Fragestellungen anwenden.

Was ist IFRS?

Taschenrechner, im Vordergrund stehen Holzwürfel auf denen IFRS steht

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind die internationalen Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen. Dadurch werden die Jahres- und Konzernabschlüsse vereinheitlicht und vergleichbar gemacht, was in der zunehmenden Globalisierung einen großen Vorteil darstellt.

Die IFRS bestehen aus 3 Teilen: dem Framework (Rahmenkonzept, kein Standard, sondern Grundlagen, innerhalb derer sich Standards und Interpretationen bewegen), den einzelnen Standards (bieten Regelung für spezielle Sachverhalte) und den Interpretationen (bieten eine offizielle Auslegung und Ergänzung der Standards). Diese 3 Stufen bauen aufeinander auf. Es handelt sich also nicht um ein geschlossenes Regelwerk, sondern setzt sich mit Einzelfragen auseinander. Dadurch wird das Thema so komplex und umfangreich.

Ein Unterschied zum nationalen Handelsgesetzbuch (HGB): IFRS-Abschlüsse geben Auskunft über Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens und erfüllt daher vor allem eine Informationsfunktion für Investoren. Bei Abschlüssen nach dem deutschen Bilanzrecht geht es vielmehr um Kapitalerhaltung und den Schutz der Gläubiger, das Vorsichtsprinzip steht also im Vordergrund.

Während der Weiterbildung nimmt auch der Bereich Fachenglisch einen großen Stellenwert ein. Die IFRS sind ursprünglich auf Englisch verfasst worden, es gibt aber Übersetzungen, die jedoch als fehlerhaft und irreführend kritisiert werden, da nicht alle Fach- und Rechtsbegriffe adäquat übersetzt werden können. Damit man die Fachbegriffe versteht und im besten Fall bei Fragen auch in der englischen Fassung nachschlagen kann, ist ein gewisses Englischniveau bei der Arbeit mit IFRS unverzichtbar. 

Voraussetzungen

Die Weiterbildung zum internationalen Bilanzbuchhalter richtet sich an Personen mit einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung. Da die Thematik sehr komplex ist, sollten die Teilnehmer bereits über gute Kenntnisse im deutschen Bilanz- und Steuerrecht verfügen, sodass die Interessenten im besten Fall schon eine mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Buchhaltung bzw. (Jahres-)Abschlüsse, Steuerrecht sowie Kosten- und Leistungsrechnung vorweisen können.

Zudem sollten auch gute Grundkenntnisse auf der Basis eines mittleren Bildungsabschlusses in Englisch vorhanden sein, da es viele Fachbegriffe gibt, die gelernt und verstanden werden müssen.

Die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter International (IHK) ist sehr anspruchsvoll und erfordert einiges von den Teilnehmern. Als Interessent sollte man sich also im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass viel Zeit für die Weiterbildung benötigt wird. Da es sich um einen relativ komplexen und komplizierten Sachverhalt handelt, wird die Vor- und Nachbereitung z. B. bei Präsenzlehrgängen einige Zeit in Anspruch nehmen, wobei die individuellen Vorkenntnisse natürlich auch eine große Rolle spielen.

Dauer und Verlauf

Fernlehrgang

Handelt es sich bei der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter International (IHK) um einen Fernlehrgang, beträgt die Dauer in der Regel 12-15 Monate bei einem Arbeitsaufwand von ca. 10-15 Wochenstunden. Eine Verlängerung der Fortbildung ist meist problemlos und kostenfrei möglich. Je nach Anbieter und angegebener Weiterbildungsdauer kann der Zeitraum auf 18 oder 24 Monate verlängert werden.

Tablet, auf dem Onlineportal für E-Learning zu sehen istFernlehrgänge haben den Vorteil, dass sich Berufstätige die Lernzeit neben ihrem Berufsalltag selbst einteilen können und damit nicht noch zusätzlichem Terminstress unterliegen. Durch den Zugang zum Onlineportal/der E-Learning-Plattform, die der Anbieter zur Verfügung stellt, werden die Teilnehmer trotzdem nicht ganz allein gelassen. Auf dem Portal werden Unterlagen gestellt, die Teilnehmer können sich in Foren austauschen oder Dozenten bei Problemen kontaktieren.

Zudem werden je nach Anbieter auch Onlineseminare veranstaltet, an denen die Teilnehmer virtuell teilnehmen können und wo sie noch einmal im Speziellen auf die Prüfung vorbereitet werden. Bei manchen Anbietern gehören auch regelmäßige Fremdkontrollklausuren zur Weiterbildung, die von einem Dozenten kontrolliert und mit Anmerkungen an die jeweiligen Teilnehmer zurückgeschickt werden. So können die Leistungen überprüft werden und die Teilnehmer wissen, wie sie in den bestimmten Teilgebieten stehen.

Bei Fernlehrgängen ist ein Start jederzeit möglich, zudem gibt es in der Regel die Möglichkeit, die Weiterbildung erst einmal 4 Wochen kostenlos zu testen, bevor man sich verbindlich festlegt.

Berufsbegleitender Präsenzlehrgang

Personen in Anzügen sitzen um einen Tisch im Business-MeetingWer die Weiterbildung zum internationalen Bilanzbuchhalter (IHK) lieber als Präsenzlehrgang absolvieren möchte, hat auch dazu die Möglichkeit. Dabei sollte man sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, welche Zeitform man bevorzugt, denn je nach Anbieter kann das Angebot sehr variieren.

Es werden sowohl reine Wochenendseminare (nur samstags/nur sonntags) angeboten als auch ein Mix aus zwei festen Abendterminen in der Woche und 1-2 Terminen im Monat am Wochenende (i. d. R. samstags). 

Je nach Zeitmodell und Anbieter variiert die Dauer bei Präsenzseminaren zwischen 4 und 9 Monaten.

Prüfungen

Personen sitzen nebeneinander und schreiben etwas aufWer die Abschlussprüfung erfolgreich absolviert hat, der bekommt erst mal das Zertifikat „Bilanzbuchhalter International“ des jeweiligen Anbieters verliehen. Erst nach Bestehen dieser Prüfung kann man bei erfüllten Voraussetzungen die Prüfung vor der IHK ablegen, um sich bei erfolgreichem Bestehen „Bilanzbuchhalter/-in International (IHK)“ nennen zu dürfen.

Wenn man den offiziellen IHK-Abschluss plant, sollte man also schon bei der Anbieter- bzw. Weiterbildungssuche darauf achten, ob das Seminar zur IHK-Prüfung hinführt.

Kosten

Je nach Anbieter entstehen unterschiedliche Kosten für die Weiterbildung, sodass es ratsam ist, sich im Vorfeld genau zu informieren. Grundsätzlich sollte man mit einem Betrag zwischen 2.200 Euro und 4.200 Euro rechnen. Dabei sollte man auch bedenken, dass die Prüfungen noch einmal extra berechnet werden.

Dementsprechend sind auch die Prüfungsgebühren für die IHK in den Kosten nicht enthalten. Diese belaufen sich auf ca. 300-400 Euro, die zusätzlich berechnet werden müssen.

Die Weiterbildung kann in der Regel mit einem Bildungsgutschein gefördert werden, zudem bieten viele Anbieter eine Ratenzahlung an. In manchen Fällen übernimmt auch der Arbeitgeber die Kosten (zumindest teilweise). Es kann sich also durchaus lohnen, mal beim Chef nachzufragen, wenn man sich für eine Fortbildung interessiert.

Anerkennung

Doktorhut und zusammengerolltes Zeugnis nebeneinanderSchließt man die Weiterbildung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) erfolgreich ab, hat man einen bundesweit anerkannten Abschluss. Trotzdem handelt es sich bei einem IHK-Zeugnis nicht um einen akademischen Abschluss. Der Nachweis einer bestandenen IHK-Weiterbildung wird in der Arbeitswelt dennoch sehr gut bewertet.

Wer die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter International ohne IHK Prüfung abschließen möchte, sollte darauf achten, dass man die Weiterbildung bei einem seriösen Anbieter absolviert. Denn es wäre schade, wenn man viel Zeit und Muße in die Weiterbildung investiert hat und das Zertifikat danach nicht anerkannt wird.

Woran man gute Anbieter erkennt, kannst du auf unserer Übersichtsseite zu den Weiterbildungen im Internationalen Management nachlesen. 

Karriere nach der Weiterbildung

Frau im Anzug tippt in TaschenrechnerWer sich „Bilanzbuchhalter/-in International (IHK)“ nennen darf, gilt als gefragter Spezialist im Bereich der internationalen Rechnungslegung und in Bezug auf Steuerrecht-Fragen. In allen internationalen Konzernen sowie börsennotierten Unternehmen werden Internationale Bilanzbuchhalter für die Jahresabschlüsse benötigt, wer einen IHK-Abschluss nachweisen kann, hat dabei durch die bundesweite Anerkennung dieser Prüfung noch einmal Vorteile bei der Bewerbung.

Egal, ob beispielsweise in der Industrie, in Banken oder IT-Unternehmen, in allen Branchen werden internationale Bilanzbuchhalter benötigt. Zu deinen Aufgaben in diesem Job gehört u. a. die Erstellung des Jahresabschlusses, die Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs und das Erstellen von Reportings.

Gehalt

Finanziell sollte sich die Weiterbildung auf jeden Fall lohnen, denn zum einen sind Internationale Bilanzbuchhalter/-innen sehr gefragt, zum anderen ist das Thema sehr komplex und anspruchsvoll, sodass die Vergütung dementsprechend ausfällt. Genaue Angaben zum Gehalt sind natürlich schwierig, da bekanntermaßen auch äußere Faktoren wie Unternehmensgröße, Berufserfahrung, Standort etc. auf die Vergütung einfließen. Bilanzbuchhalter International (IHK) können jedoch mit einem Einstiegsgehalt von ca. 48.000 – 53.000 Euro brutto pro Jahr rechnen.

Neue Prüfungsordnung

ACHTUNG: Neue Prüfungsordnung seit dem 01. Januar 2016

Hand mit Stift, die ein rotes Ausrufezeichen gemalt hatDie IHK-Prüfung zum Bilanzbuchhalter International (IHK) war bisher nicht regional einheitlich gestaltet. Das bedeutet, nicht jede IHK bietet diese Prüfung an und zum Teil unterscheiden sich die Inhalte und Abläufe der IHK-Prüfungen je nach Stadt oder Bundesland. Dieser Sachverhalt wurde nun geändert, denn seit dem 01. Januar 2016 ist die neue Prüfungsordnung für Bilanzbuchhalter in Kraft getreten, die auch die Weiterbildung zum Internationalen Bilanzbuchhalter (IHK) betrifft.

Die alte Prüfungsordnung läuft zum 31. Juli 2019 aus, sodass sich diese Weiterbildung gerade in einem Umbruch befindet. Interessenten sollten sich daher beim Anbieter erkundigen, nach welcher Prüfungsordnung geprüft wird. Wer gerne noch die alte Prüfungsordnung nutzen möchte, sollte sich allerdings möglichst bald für die Weiterbildung anmelden, denn allzu lange wird sie in der bisherigen Form nicht mehr angeboten werden.

Die Änderungen

Durch die neue Prüfungsordnung ändern sich nicht nur die Inhalte der Weiterbildung und der prüfungsrelevanten Themen, sondern auch die Zusatzvoraussetzungen und der Abschluss!

Denn mit dem neuen Modell heißt der Abschluss nun „Bilanzbuchhaltung International“ und gilt vielmehr als Zusatzqualifikation zum klassischen Bilanzbuchhalter, weshalb befürchtet wird, dass der Abschluss dadurch etwas abgewertet wird. 

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