Was ist Internationales Management?

Was genau versteht man eigentlich unter dem Studium Internationales Management und was gehört alles dazu? Diesen Fragen gehen wir im Folgenden auf den Grund und erklären dir, was du von einem Studium in diesem Bereich erwarten kannst.

Wenn du dich für betriebswirtschaftliche Themen und wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge interessierst und dabei noch gerne von einer internationalen Karriere träumst, ist ein Studium in Internationalem Management eine gute Idee! Denn bei diesem Studium bekommst du nicht nur Einblicke in die fachlichen Inhalte, sondern dir werden auch interkulturelle Kenntnisse, Fremdsprachen, Führungskompetenzen und Soft Skills vermittelt. Doch es ist relativ schwierig, das Studium begrifflich zu erfassen. Wann ist eine Firma eigentlich international und mit welchen Inhalten muss ich genau rechnen? Das beantworten wir dir im Folgenden!

Versuch einer Definition

Internationales Management ist erstmal gar nicht so einfach zu definieren, denn in wissenschaftlichen Kreisen ist umstritten, ab wann ein Unternehmen als international agierend gilt. Deshalb möchten wir mit diesem Artikel versuchen, etwas Licht ins Dunkel bringen, auch wenn es in den Lehrbüchern bis heute keine klare Definition gibt. Denn es stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen schon als international gilt, wenn es ab und zu Ware ins Ausland exportiert, oder ob nicht mindestens 25 Prozent des Umsatzes über das internationale Ausland generiert werden müssen.

Eine Veranschaulichung bieten die folgenden Zusammenfassungen:

„Das internationale Management umfasst alle Aktivitäten eines Unternehmens an Standorten außerhalb seines Heimatlandes. Dazu zählen der Betrieb von Niederlassungen, die Zusammenarbeit mit Unternehmen oder die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland.“
(Quelle: http://www.business-wissen.de)

„Vereinfacht formuliert beginnt der Übergang vom nationalen zum internationalen Management folglich dort, wo die Besonderheiten der Auslandsmarktbetätigung eine Neudefinition der Unternehmensstrategien, -strukturen, -systeme und -kulturen erzwingen.“
(Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de)

Diese theoretische Unterscheidung bzw. Definition des Gegenstandes ist für die praktische Arbeit im Unternehmen jedoch nicht so relevant. Denn in der Wirtschaft herrscht seit einigen Jahren eine Aufbruchsstimmung und es geht darum, die Internationalisierung anzupacken. Die Globalisierung erhöht den Wettbewerbsdruck und verlangt, dass sich die jeweiligen Geschäftsprozesse der Internationalisierung anpassen. Aber nicht nur die großen Konzerne sind zu einer Anpassung gezwungen, auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) streben verstärkt danach, die Chancen der internationalen Wertschöpfungsnetzwerke zu nutzen.

Was heißt international?

Es gibt zwischen den kleinen und mittleren Unternehmen und den großen Konzernen vielfältige Unterschiede, was die Herangehensweise und die Art der Internationalisierung betrifft. Denn nicht jeder globale Schritt ist für jedes Unternehmen geeignet. So versuchen kleine und mittlere Unternehmen eher im benachbarten Ausland zu wachsen, während größere Konzerne auch schnell den Schritt in weiter entfernte Regionen und Länder wagen. Doch die Vorbereitung ist identisch. Bei beiden Vorgehensweisen müssen Marktanalysen erstellt, kulturelle Unterschiede bedacht und passende Strategien entwickelt werden. Neben den allgemeinen Studiengängen (Internationales Management, International Business etc.) gibt es auch „spezialisiertere“ Studiengänge wie European Management oder beispielsweise (East-)Asia Business Management. Damit wird man ganz gezielt auf die wirtschaftlichen Herausforderungen in diesen Regionen vorbereitet.

Aber egal, wie groß das Unternehmen ist: Für die Manager bedeutet der Schritt auf einen ausländischen Markt zahlreiche Veränderungen in der bisherigen Unternehmensorganisation. Denn nur ein auf die länderspezifischen Herausforderungen ausgerichtetes Management ist der Schlüssel, mit dem sich Unternehmen international aufstellen und auch behaupten können. Und genau auf solche Aufgaben wirst du mit einem Studium im Bereich International Business optimal vorbereitet. 

Mann hält Weltkugel in den Händen

Zu den Aufgaben eines internationalen Managers gehört das fundierte Wissen über die länderspezifischen Herausforderungen und deren erfolgreiche Bewältigung. 

Studieninhalte

Die folgende Grafik beinhaltet nur einen Bruchteil der Fragestellungen, die es beim Eintritt auf einen internationalen Markt zu beantworten gilt. Aber auch hier wird schon deutlich, dass fundierte betriebswirtschaftliche Fähigkeiten und Expertenwissen unabdingbar sind, um eine Internationalisierung anzugehen.

Grafik mit den verschiedenen Studieninhalten des Studiums

Die genauen Inhalte jedes entsprechenden Studiums findest du in den Studienplänen, die eigentlich immer auf den Studiengangswebseiten der Uni oder FH bereitstehen. Wir haben für dich typische Inhalte recherchiert – achte aber darauf, dass die Bereiche je nach Schwerpunkt und Studiengang unterschiedlich stark gewichtet werden:

  • BWL

    Sowohl die betriebswirtschaftlichen Grundlagen als auch spezielle Disziplinen der BWL – wie Marketing oder Personalmanagement – stehen auf dem Lehrplan.

  • VWL

    Bei der Volkswirtschaftslehre wird die Funktionsweise von (internationalen) Wirtschaftssystemen beschrieben und erklärt, wie sich Volkswirtschaften und deren Teile theoretisch am besten entwickeln.

  • Recht

    Bei der Unternehmensführung spielen rechtliche Grundlagen natürlich auch eine große Rolle, sodass auch z. B. das Handels- oder Gesellschaftsrecht oder das Bürgerliche Recht behandelt werden. Zudem wird im Studiengang Internationales Management ein besonderer Schwerpunkt auf länderübergreifende Regeln und Gesetze gelegt.

  • Besondere Studienfächer

    Dazu zählen Fächer, die die Studierenden auf die speziellen Aufgabenfelder in internationalen Unternehmen vorbereiten, z. B. Intercultural Management, Internationale (Wirtschafts-)Beziehungen und Internationales Wirtschaftsrecht.

  • Individuelle Schwerpunkte

    Je nach Hochschule wählt man verschiedene Schwerpunktfächer wie z. B. International Strategic and Media Management, International Human Ressource Management oder International Finance, in denen man vertiefendes Wissen erhält.

  • Soft Skills

    Ohne die sogenannten Soft Skills kommt man im Managementbereich kaum noch weiter. Präsentationen, Moderationen, Mitarbeiterführung oder (unerlässlich für das internationale Business) Fremdsprachenkenntnisse fallen in diese Kategorie.

Ziel des Studiums ist es, den Studierenden branchenübergreifende Management-Kompetenzen beizubringen, um sie systematisch auf die Herausforderungen in international agierenden Unternehmen vorzubereiten. Die Ausbildung von wissenschaftlichen, interkulturellen und überfachlichen Qualifikationen hat dabei oberste Priorität und somit sind Auslandsstudium/-aufenthalte und -praktika notwendige Voraussetzungen, das Erlernte in die Praxis umzusetzen und zu erweitern.

Um diese Nachwuchsführungskräfte auszubilden, gibt es eine Vielzahl an Studiengängen im Bereich des internationalen Managements. Auf unseren Seiten über die verschiedenen Studiengänge erläutern wir dir die jeweiligen Inhalte und zeigen dir mögliche Karrierewege auf.

Aufgaben und Tätigkeitsfelder

Da sich aufgrund der Globalisierung immer mehr Unternehmen für neue Märkte öffnen, steigt die Nachfrage nach entsprechend qualifizierten Mitarbeitern. Sie benötigen neben einer soliden betriebswirtschaftlichen Wissensbasis auch ein entsprechendes Know-how bezüglich der Umgangsweise mit spezifischen kulturellen Besonderheiten und sozioökonomischen Verhältnissen. Fremdsprachenkenntnisse und Mobilität sind ebenso unabdingbar wie die Freude am Umgang mit anderen Kulturen.

Durch das generalistische International Management Studium bist du als Studierender und/oder Absolvent relativ frei bei der Gestaltung deiner Karriere. Du wirst im Studium vor allem auf die Übernahme administrativer und leitender Aufgaben in internationalen Firmen vorbereitet – in welche Branche du gehst, ist erstmal nicht vorgegeben. Den Bereich suchst du dir entweder durch Praktika, selbstgewählte Vertiefungen im Studium oder durch ein spezialisiertes Masterstudium aus. Wenn du dir schon vor Beginn des Studiums sicher bist, in welchen Bereich du nach dem Studium möchtest, kannst du dich in unserer Hochschul-Datenbank informieren, welche Hochschulen ein spezielles Studium anbieten.

Ob Produktmanager, Vertriebsleiter oder Key Account Manager – mit dem Abschluss in internationalem Management stehen dir viele Bereiche offen. Häufig gehen Absolventen auch in den Bereich Human Resources/Personalmanagement von internationalen Firmen, um im Bereich des Diversity Managements Erfolge zu erzielen.

In unserer Berufswelt haben wir dir einige Berufsmöglichkeiten genauer vorgestellt. Zudem haben uns berufstätige Absolventen von ihren beruflichen Erfahrungen berichtet, die du in den Interviews nachlesen kannst.

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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